
Sieben TodsĂŒnden kennt die christliche Kirche. Sieben TodsĂŒnden kennt aber auch John Doe (Kevin Spacey). John Doe â eigentlich ein fiktiver Name (Ă€hnlich Otto NormalbĂŒrger), der bei GerichtsvorgĂ€ngen verwendet wird, wenn kein richtiger Name bekannt ist â wird von den Detectives William Somerset (Morgan Freeman) und David Mills (Brad Pitt) gejagt. Somerset, der kurz vor seiner Pensionierung steht, soll Mills als seinen Nachfolger einarbeiten. Aufgrund von Spannungen beim ersten Leichenfund wird Mills auf einen anderen Fall angesetzt. Nachdem Somerset aber die zwei grausamen MordfĂ€lle, als Strafen fĂŒr die TodsĂŒnden MaĂlosigkeit und Habsucht, miteinander in Verbindung bringen kann scheint gewiss, dass noch fĂŒnf weitere Morde folgen werden. AuĂerdem deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem TĂ€ter um einen ĂŒberdurchschnittlich intelligenten und grausamen Mann handelt, der die Ermittler mit subtilen Hinweisen an den Tatorten zu lenken versucht. Nach einer Einladung zum Abendessen, initiiert von Millsâ Frau Tracy (Gwyneth Paltrow), bessert sich das VerhĂ€ltnis zwischen dem karrierebewuĂten HeiĂsporn und dem desillusionierten zukĂŒnftigen Rentner. Doch obwohl sie jetzt, wenn auch nicht reibungslos, zusammenarbeiten, hinken sie dem Killer auch nach dem dritten Mord immer noch einen Schritt hinterher. In seiner Ratlosigkeit besticht Somerset einen FBI-Beamten, um an die Namen von Bibliotheksnutzern zu kommen, die sich BĂŒcher ĂŒber die Sieben TodsĂŒnden ausgeliehen haben. Ein Name fĂ€llt dabei auf: John Doe!
Sieben-Regisseur David Fincher bleibt bei seinem zweiten Kinofilm der dĂŒsteren Bildsprache treu, die er zuvor schon bei AlienÂł gestaltete. Um die Wirkung der Bilder zu verstĂ€rken, setzte er den sogenannten Bleach-Bypass-Effekt ein, eine Methode, bei welcher die Farbfilmentwicklung absichtlich gestört wird, damit das Farbbild noch von einem SchwarzweiĂbild ĂŒberlagert wird.
Damit der Name des Schauspielers, der den Serienkiller darstellt, möglichst lange geheim bleibt, wird Kevin Spacey in den opening credits nicht aufgefĂŒhrt; dafĂŒr erscheint er im Abspann (der ĂŒbrigens ungewohnt von oben nach unten lĂ€uft) zweimal. Im ursprĂŒnglich geplanten Cast von Sieben sollte seine Rolle von REM-SĂ€nger Michael Stipes gespielt werden, wohingegen die Rolle von Brad Pitt eigentlich von Denzel Washington ĂŒbernommen werden sollte, der aber ablehnte. FĂŒr Brad Pitt erwies sich diese Tatsache als GlĂŒcksfall, da er im nachhinein noch in zwei weiteren erfolgreichen Filmen von David Fincher die Hauptrolle ĂŒbernahm, nĂ€mlich Fight Club und Der seltsame Fall des Benjamin Button. Auch fĂŒr einen weiteren Beteiligten an Sieben erwies sich die Zusammenarbeit mit Fincher als FĂŒgung des Schicksals. Nachdem der Regisseur den Song Closer des Nine Inch Nails Frontmann Trent Reznor ohne dessen Zustimmung verwendet hatte, wurde Reznors Arbeit als Komponist fĂŒr The Social Network im Jahr 2011 mit einem Oscar belohnt.(cw)